Fritz‘ neues Leben in Israel

Brief von Erna Berl an ihren Sohn Fritz Berl

In der Hafenstadt Haifa im heutigen Israel wird er von seinem Bruder Max Berl empfangen, welcher Deutschland einige Jahre zuvor in weiser Voraussicht verlassen und Fritz aus der neuen Heimat angefordert hat. Nachdem er bei seinem Bruder einen sicheren Unterschlupf findet, hält er so gut es ging noch eine Weile Briefkontakt mit seiner im Deutschen Reich zurück gebliebenen Mutter. Einige von Erna Berls Briefen an ihren Sohn sind bis heute erhalten und befinden sich im Besitz der Familie. Die Briefe zeichnen ein sehr trauriges und erschreckendes Bild der Situation der allein in Deutschland verbliebenen Mutter Erna Berl. In Israel beginnt Fritz zunächst eine Lehre als KFZ-Mechaniker in der Werkstatt eines Busunternehmers. Als späterer Angestellter der größten israelischen Busgesellschaft „Egged“ kann Fritz sich zum Chefdisponenten hocharbeiten. Wie jeder Bürger des Staates Israel wird auch Fritz zum Armeedienst einberufen und kämpft im ersten Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1947-1949). In diesem Zusammenhang lernt er auch seine spätere Ehefrau Yecheskela kennen und 1953 sowie 1957 kommen die beiden gemeinsamen Kinder zur Welt. Sein Sohn Agnon stirbt leider bereits im Alter von nur 16 Jahren an den Folgen einer schweren Asthmaerkrankung, was einen erneuten schweren Schicksalsschlag für Fritz bedeutet. Fritz spricht mit seiner Familie kaum über sein Schicksal und seine dramatische Vergangenheit im Deutschen Reich sowie seine Flucht. Dennoch bemüht er sich bemerkenswerterweise stets, seine Muttersprache nicht zu verlernen. Auch seine Frau Yecheskela, eine in Haifa geborene Tochter litauischer Einwanderer, lernt fließend Deutsch zu sprechen und beherrscht es bis heute. Im Jahr 2000, genauer am 30. Juli, stirbt der in seinen letzten Lebensjahren stark von Arthritis geplagte Fritz im Alter von 75 Jahren.

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