Schulzeit von Fritz

Fritz Berls damalige Schule, das Wendalinum früher

Fritz, der seit 1935 unser heutiges Gymnasium Wendalinum besucht, verbleibt im Jahr 1936 als letzter jüdischer Schüler an der Schule. Auch die Schulen geraten in dieser Zeit immer stärker unter den Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie. Von dieser Entwicklung bleibt auch das damalige Knabengymnasium nicht verschont. Dem damaligen Schulleiter Dr. Ahrens, der selbst ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus gewesen ist, ist es zu verdanken, dass Fritz noch für eine Weile einen gewissen Schutz im Rahmen der Schulgemeinschaft genießt. Dr. Ahrens selbst tritt zwar der NSDAP bei, wahrscheinlich aber nur zum Schein, um seinen Einfluss auf die Entwicklungen seiner Schule als Schulleiter nicht einzubüßen. Aber selbst als Dr. Ahrens, nicht zuletzt auf Drängen von Fritz‘ Mutter nach mehreren tätlichen Übergriffen auf ihren Sohn, den Jungen von nun an unter seinen persönlichen Schutz stellt, gelingt es ihm nicht, seinen Schützling vor den dramatischen Ereignissen des 10. November 1938 bewahren. Am 10.11.1938, also im Rahmen der Novemberpogrome, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Am Morgen steigt Studienrat Dr. Schulz, Fritz damaliger Geschichts- und Klassenlehrer und seines Zeichens fanatischer Nationalsozialist, auf die Brüstung des Schulhofbrunnens und hält eine Hetzrede gegen die Juden und den letzten jüdischen Schuler der Schule Fritz Berl. Von Prügelschlägen seiner Mitschüler begleitet, darunter viele HJ-Mitglieder, muss der Dreizehnjährige vom Schulhof fliehen. Dies sollte sein letzter Schulgang als Schüler des St. Wendler Knabengymnasiums gewesen sein.

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