Wer wir sind…

Die Anfänge dieser Projektgruppe ruhen im Schuljahr 2013/2014. Damals stieß der Religionskurs der 10. Klasse von Herrn Groß auf das Schicksal des jüdischen Kaufmanns Berl.

Besonderes Interesse weckte dabei das Schicksal des jüngsten Sohnes Friedrich Bernhard Berl genannt ‚Fritz‘. Dieser besuchte ehemals selbst als Schüler das St. Wendler Knabengymnasium, unser heutiges Wendalinum, wurde im November des Jahres 1938 aber mit Schimpf und Schande der Schule verwiesen und konnte im Winter 1939/40 noch rechtzeitig ins heutige Israel flüchten. Schnell war für alle Beteiligten klar: Über das Leben dieses Menschen wollen wir mehr erfahren!
Mit Unterstützung des Adolf-Bender-Zentrums gelang es der Gruppe Kontakt zu Ady Gold, dem Enkel des im Jahr 2000 leider verstorbenen Fritz Berl, aufzunehmen und viele Details um dessen Schicksal zu erfahren. Im Laufe der folgenden Wochen und Monate gelang es den Schülerinnen und Schülern aufgrund ihres beispiellosen Engagements und der regen Unterstützung durch die Familie Gold sogar z. T. bis dahin unbekannte Details über Fritz Berls Leben in Erfahrung zu bringen.

Im folgenden Schuljahr konnte die Arbeit der Projektgruppe im Rahmen eines Seminarfaches etabliert werden. 2015 gelang es der Gruppe dann auch, die lang ersehnte Vertiefung der Projektarbeit in einer Lehr- und Begegnungsreise. Im Herbst machten sich 15 Schülerinnen und Schüler in Begleitung von drei Lehrkräften auf den Weg nach Israel, wo sie herzlich von der Familie Berl-Gold empfangen wurden. In den kommenden zehn Tagen gelang es ihnen das Land näher kennen zu lernen, die Begegnung mit den Schülern der Partnerschule Hebrew Reali School und natürlich die Vertiefung der bestehenden Freundschaft mit der Familie Fritz Berls .

Tief beeindruckt von dem Erlebten stand für die Projektgruppe nach der Heimkehr klar fest, dass das Projekt Wieder das Vergessen auch nach ihrem bevorstehenden Abitur noch weitergeführt werden sollte.
Und nun sind wir es, die „neue Generation“, Wendalinum wider das Vergessen 2.0, die an die hervorragende Arbeit unserer Vorgänger anknüpfen durfte. Doch wie sollten wir weiter machen. Die Recherchen zu Fritz Berls Leben waren so gut wie abgeschlossen. Wir brauchten eine neue Idee. Schnell stand dann die Idee im Raum, die erarbeiteten Ergebnisse zu digitalisieren und so für jedermann zugänglich zu machen. Denn trotz zahlreicher gewonnener Preise hatte es das zugegeben schwierige Thema bisher noch nicht an die breite Öffentlichkeit geschafft. Dieses neu gesetzte Ziel versuchen wir nun unter anderem mit dieser Website umzusetzen, damit auch in Zukunft das Schicksal der zahllosen Opfer des Holocaust nicht in Vergessenheit geraten.